Einsamkeit

Gestern habe ich ja schon angedeutet, dass ich mich oft alleine fühle. Das ist ja auch kein Wunder.

Vor einem Jahr ist ja meine Mutter leider gestorben. Sie war sehr krank. Ich möchte aber nicht erzählen, was sie hatte, weil man mich dann vielleicht erkennen könnte. Aber so viel sei gesagt: Es war sehr schlimm für mich. Sie war meine engste Bezugsperson und ich habe ihr alles – na ja, fast alles – über mich erzählt. Wenn ich von der Schule heim kam, habe ich ihr immer erst alles erzählt, was in der Schule passiert ist.  Mein Vater war ja meist auf der Arbeit und mein Bruder hatte sein eigenes Leben. Jetzt fehlt sie wirklich sehr und ich denke noch immer viel an sie.

Auf meiner alten Schule hatte ich darüber hinaus einige Freunde. Zugegebenermaßen waren es mehr Freundinnen als Freunde, was sehr verdächtig ist, wie ich weiß. Aber es hat niemand etwas gesagt. Ich hatte auch einen Kumpel, mit dem ich seit dem Kindergarten befreundet war. Ich glaub, er war auch nicht komplett hetero. Kurz bevor wir uns verkracht hatten, haben wir angefangen „schwule“ Dinge zu tun. Beispielsweise haben wir uns gegenseitig Dinge weggenommen und vorne in unsere Hose gepackt. So musste man dem anderen in die Hose greifen, um sich die Dinge zu holen. Anfangs haben wir so getan, als wäre das voll eklig und schwul (ich musste ja so tun, als würde ich das schlimm finden). Aber dann haben wir uns tatsächlich in die Hose gefasst. Nach und nach haben wir damit angefangen, unsere Eier und schließlich unsere Pimmel in die Hand zu nehmen. Die wurden auch steif. Immer zogen wir die Hände schnell zurück und sagten so was wie „Iiiihhh“ oder „Ekelhaft“ oder „Wie schwul“. Aber ich bin sicher, dass diese Spiele nicht nur mir gefallen haben. Oftmals musste ich danach immer schnell aufs Klo und da habe ich mir einen runtergeholt.

Aber dann haben wir uns immer öfter gestritten, bis es schließlich einen großen Krach gab. Seit daher sind wir getrennte Wege gegangen und ich hatte nur noch meine Freundinnen. Aber als wir umgezogen sind, ist der Kontakt eigentlich so gut wie gar nicht mehr da. Wir sind zwar noch über Facebook befreundet und schreiben uns Kommentare oder auch mal persönliche Nachrichten, aber das war es auch schon.

Wie man sieht, habe ich niemanden mehr. Ja, ich liebe meinen Vater und meinen Bruder, aber ersetzen keine Freunde. Am Wochenende unternehmen wir drei auch mal was zusammen und gehen ins Kino oder so. Aber meist haut Benny schnell ab, um sich mit Freunden zu treffen. Und dann sind mein Vater und ich alleine. Und meinem Vater kann ich nicht alles erzählen, so wie ich es bei meiner Mutter konnte. Und davon abgesehen habe ich ja auch nichts zu erzählen. So sind es meist nur sehr oberflächliche Gespräche zwischen uns.

Ich wünsche mir schon ein paar enge Freunde. Doch am liebsten hätte ich natürlich einen festen Freund, mit dem ich alles machen könnte. Ich würde auch gerne mal mit einem süßen Jungen knutschen oder solche Spiele treiben wie mit meinem ehemaligen Kumpel. Das wäre schön. Potentielle Kandidaten gäbe es da schon, aber das ist wieder ein anderes Thema.

Eine Antwort zu “Einsamkeit

  1. ausgesucht

    Ich glaube, ich weiß, was Du fühlt, was Dir fehlt, was Dich bedrückt…

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