Lovoo

Seit ich ein Smartphone habe, spiele ich gerne damit herum und habe alle möglichen Apps herunter geladen. Vor ein paar Tagen habe ich jetzt eine neue App für mich entdeckt – Lovoo.

Für diese App machen die doch dauern Werbung im Fernsehen und daher habe ich das jetzt mal ausprobiert. Die App ist kostenlos und da kann man ein Profil erstellen. Wenn man das GPS aktiviert, kann man ein Radar anschauen und sehen, wer in der Umgebung ebenfalls flirten will. Man kann sogar nach Schwulen suchen und das so einstellen, dass nur Schwule angezeigt werden.

Ich habe mir auch ein Profil erstellt, aber kein Foto angegeben. Auf meinem Profil bin ich auch schon 18, aber da ich keine Fotos habe, ist es schwer, mit anderen in Kontakt zu treten. Aber ich war erstaunt, wie viele Schwule in meiner Umgebung sind. Die meisten wollen gleich ein Foto von mir, aber da ich keines schicke, ist das Gespräch gleich vorbei. Dann sind da noch viele alte Säcke, dir mir Bilder von ihren Penisen schicken und auch welche von mir haben wollen. Diesen antworte ich dann nicht mehr. Manchmal gibt es auch teilweise Gespräche mit süßen 18jährigen, aber die wollen auch Fotos von mir oder sich mit mir treffen. Dann ist das auch schnell vorbei.

Wenn ich die App einschalte, wünschte ich mir manchmal, dass ich mit outen könnte und ein richtiges Bild hochladen könnte, damit ich wirklich andere Schwule kennenlerne. Aber das kann ich nicht. Zudem bin ich ja eigentlich noch zu jung für diese App. Manchmal erhoffe ich mir auch, dass ich da jemanden finde, den ich kenne. Aber das kam bisher noch nicht vor. Dafür kenne ich auch zu wenig Leute hier in der Umgebung. Auch wenn ich nach Hetero-Typen schaue, ist da niemand, der mir bekannt ist.

Trotzdem ist es irgendwie aufregend mit dieser App. Manchmal stelle ich mir ganz wilde Sachen vor mit heißen Typen, die da angemeldet sind. Dann brauche ich gar keinen Internetporno mehr.

Aufklärung

Seit ein paar Monaten ist mein Bruder Benny in einer „festen Beziehung.“ Und das ist sowas von nervig.

Sie heißt Nadine und er hat sie in der Schule kennengelernt. Mein Bruder hatte schon ein paar Mal irgendwelche Mädels am Start, aber mit ihr ist es anders. Er turtelt die ganze Zeit mit ihr herum. Ständig hängen sie aufeinander und knutschen oder labern sich mit irgendwelchen Liebesbekundungen zu. Immer, wenn sie da ist, ist mein Bruder auch ganz anders. Er ist dann nicht so frech, sondern ganz lieb. Er tut auch so auf romantisch und kauft ihr Rosen oder so.

Tja, und dann war es vor einigen Wochen soweit. Mein Vater dachte sich, dass ein Gespräch zwischen ihm und seinen Söhnen nötig war, denn er vermutete, dass bald was zwischen Nadine und Benny laufen könnte. Und damit er nicht das ganze in ein paar Jahren noch mal machen muss (es war sichtlich unangenehm für ihn), holte er mich zum Gespräch dazu,

Also bestellte er eines Abends Pizza für uns drei und wir setzten uns in die Küche. Und dann fing er an von Sex zu sprechen. Mir war das auch so peinlich und Benny meinte, dass er schon alles wüsste und nicht aufgeklärt werden muss. Doch mein Vater sah es als seine Pflicht an, uns alles beizubringen. Also sprach er von der Entstehung von Babys, von Geschlechtskrankheiten und Verhütungsmittel.

Zum Ende hin gab er uns sogar jedem ein Päckchen Kondome. Da musste mein Bruder so laut lachen, aber mein Vater machte keinen Spaß und fragte uns, ob wir denn wüssten, wie man sie überzieht. Ich blieb ruhig und mein Bruder sagte, aber dass er das natürlich weiß. Doch unser Vater musste es uns trotzdem an einer Banane demonstrieren. Oh mann, war das gruselig. Aber es brachte mich zum Nachdenken, denn ich hatte mir noch nie ein Kondom übergezogen.

Später durften wir dann wieder in unsere Zimmer und da fragte ich meinen Bruder, ob er wirklich schon mal ein Kondom übergezogen hatte. Ich wusste, dass er immer damit angab, dass er schon Sex hatte, obwohl ich wusste, dass das eine Lüge war. Daher ging ich davon aus, dass er beim Kondom auch log. Aber bestand darauf, dass er das wirklich schon gemacht hatte. Er sah aber meine Zweifel und so sagte er mir, dass er es mir beweisen würde.

Und so zog er mich in sein Zimmer. „Was hast du vor?“, fragte ich ihn und schon zog er sich die Hose nach unten. „Ich zeig dir, wie es geht“, antwortete er. Ich fing an zu lachen und sagte, er sollte aufhören. Natürlich hatte ich ihn schon nackt gesehen, aber seinen Steifen wollte ich nun wirklich nicht sehen. Aber ließ sich nicht davon abbringen. Er holte ein Kondom aus der Packung und fing an, sich einen runterzuholen. „Hör auf“, sagte ich noch und wollte aus dem Zimmer, aber er meinte, ich soll mich nicht so anstellen. Wir seien doch Brüder und haben nichts zu verstecken.

Schließlich hatte er eine richtige Latte und ich konnte meinen Blick nicht davon abhalten. Ich weiß jetzt nicht, ob das pervers ist, aber irgendwie fand ich den Anblick geil. Er hatte einen ziemlich großen Schwanz, was mich an meinen eigenen erinnerte. Er war vielleicht etwas dicker, aber genauso ein bisschen nach rechts gekrümmt wie meiner. Und dann stülpte er sich das Kondom über. „Siehst du“, sagte er und dann forderte er mich auf, es auch zu probieren. Aber ich wollte nicht. Das war mir doch zu peinlich. Außerdem hatte ich Angst, dass ich einen Samenerguss kriegen würde und so sagte ich ihm, dass ich das alleine ausprobieren würde. Und dann ging ich aus seinem Zimmer.

Tatsächlich probierte ich dann in meinem Zimmer alleine herum und verbrauchte fast die ganze Kondompackung. Später holte ich mir dann noch einen runter und dachte an Bennys Schwanz. Bin ich jetzt nicht normal? Das beschäftigt mich jetzt eine Weile…

Ein Junge spielt mit Puppen

Immer, wenn ich bei meiner Freundin Miriam zu Besuch bin, überrede ich sie, dass wir mit ihrer kleinen Schwester spielen. Diese wollte nämlich schon seit dem ersten Besuch immer bei uns sein und das fand Miriam nervig. Die Kleine brachte immer ihre Barbies in ihr Zimmer und wollte mit uns spielen.

Und jetzt erfülle ich wieder ein Klischee: Ich finde Barbies toll. Schon als kleiner Knirps hätte ich gerne mit Barbies gespielt, aber weil ich ein Junge war, bekam ich keine. So spielte ich immer mit Playmobil. Die kann man auch teilweise umziehen und so. Aber das ist nicht dasselbe. Barbies fand ich viel toller mit ihren hübschen Kleidern und langen Haaren. Auch Kens finde ich toll.

Bei Miriam ergab sich dann die Gelegenheit. Ich sagte zu ihr, dass wir doch eine halbe Stunde mit ihrer Schwester spielen könnten und dann ließe sie uns in Ruhe. Anfangs war das schon sehr komisch, aber mittlerweile ist es fast schon ein kleines Ritual. Immer, wenn ich bei ihr bin, kommt ihre Schwester angelaufen und fordert uns zum Spielen auf. Ich sage dann immer, dass ich die Kleine zuckersüß finde und doch ein bisschen mit ihr spielen könnten. Miriam tut zwar immer genervt, aber ich merke, dass sie trotz ihres Alters doch gerne mal mit Barbies spielt. Andere in unserem Alter haben schon Sex und wir spielen mit Puppen… Irgendwie peinlich. Aber solange es funktioniert, mache ich das ganz gerne. Nur das darf keiner erfahren. Zum Glück sieht das Miriam genauso.

Erwischt auf der öffentlichen Toilette

Heute muss ich mal von einer Situation erzählen, bei der ich sehr große Angst hatte. So eine große Panik hatte ich noch nie zuvor gehabt.

Ich hatte mal hier auf dem Blog berichtet, dass ich eine „Cruising Area“ entdeckt habe. Das ist ein öffentlicher Ort, an dem sich Männer zum Sex treffen. Bei mir in der Stadt gibt es da eine U-Bahn-Station, an dem sich mal ein Mann vor mir einen runter geholt hatte. Von da an wusste ich, was dort los ist.

Da ich danach sehr neugierig war, war ich ein paar Mal in dieser öffentlichen Toilette an der U-Bahn-Station. Da gib es ein Pissoir, an den sich Männer stellen und gegenseitig einen runter holen oder sogar mehr machen. Am Anfang war das total aufregend. Meistens sind die Männer schnell weggegangen, wenn ich in die Toilette kam, weil sie wohl sahen, dass ich ziemlich jung war. Und das war ihnen dann zu heikel. Aber manchmal warteten Männer einfach und hofften wahrscheinlich, dass ich wieder gehe, wenn ich mein Geschäft verrichtet hatte.

So machte ich immer ganz langsam und blieb lange am Pissoir stehen. Und so gab es auch Kerle, die sich nicht versteckten und mir ihren Pimmel zeigten und sich einen runter holten. Erst bin ich schnell abgehauen, aber je öfter ich dahin gegangen bin, desto länger schaute ich zu. Manchmal wollte mich auch ein Mann anfassen oder ich sollte ihn anfassen. Dann bin ich auch immer weg. Wenn da aber mal ein gut aussehender Mann war, holte ich mir auch einen runter.

Das war so krass und so aufregend. Das klingt hier vielleicht so, als wäre ich da regelmäßig hingegangen. In Wirklichkeit war ich vielleicht zweimal im Monat da. Für öfter hatte ich echt Angst. Ich dachte immer, dass mich da jemand erwischen könnte.

An einem Tag vor ein paar Monaten war dann da ein echt scharfer Kerl. Ich schätze ihn so um die 20 Jahre alte. Er war groß, hatte eine dunkle Haut und trug immer Sportklamotten und eine Sporttasche. Ich dachte, dass er immer vom Fitnessstudio kam oder so. Ich weiß es nicht genau. Jedenfalls stellte ich mich neben ihn und wartete ab. Tatsächlich holte er dann auch seinen großen Steifen heraus. Ich machte das gleiche und wir beide wichsten. Das war sehr aufregend. Andere Männer waren auch da und standen hinter uns. Plötzlich sagte jemand laut: „Guten Tag! Kommen Sie bitte mit nach draußen!“ Ich schaute zur Tür und sah zwei Polizisten. Mein Herz klopfte und ich dachte schon, dass ich jetzt ins Gefängnis komme oder so. Aber tatsächlich meinten sie zwei ältere Kerle. Der gut aussehende Typ und ich konnten einfach gehen und wir wurden in Ruhe gelassen. Beim Gehen hörte ich noch, dass die Polizisten die Ausweise der Männer haben wollte.

Seit diesem Vorfall gehe ich da nicht mehr hin. Ich hatte so eine große Angst, dass man mich erwischt hatte. Wenn das so gewesen wäre, hätte man bestimmt meinen Vater informiert. Das wäre so schlimm gewesen. Und das soll nicht mehr passieren. Daher gehe ich da nicht mehr hin.

Ich hatte eine Freundin

Ja, du hast richtig gelesen! Ich hatte eine Freundin und das war komisch für mich, weil ich ja eigentlich schwul bin. Aber so konnte ich mein Alibi aufrecht erhalten. Aber ich erzähle mal von vorne.

Auf meinem Blog kann man nachlesen, dass ich an Weihnachten letztes Jahr von einer türkischen Mitschülerin bewichtelt wurde. Das war Esra. Und später stellte sich heraus, dass sie in mich verliebt war. Das ging in der Klasse herum und mir war das total unangenehm.

Da ich schwul bin, wusste ich nicht, was ich machen sollte. Auf der einen Seite überlegt ich mir, Esra einen Korb zu geben und das damit zu begründen, dass ich behaupte, dass sie mir zu dick wäre. Aber auf der anderen Seite dachte ich, dass es gut für mein Image wäre, wenn ich eine Freundin hätte. Und schließlich fragte sie mich irgendwann, ob ich mit ihr gehen möchte. Ich sagte ja.

Von da an waren wir zusammen. Sie war sehr glücklich und ging damit überall hausieren. Die ganze Zeit hielten wir Händchen, aber mehr lief nicht – zum Glück! Küssen wollte sie mich nicht, da sie dafür auch zu schüchtern war. In meiner Klasse denkt nun jeder, ich bin hetero, auch wenn sie mich mit der dicken Esra aufgezogen haben – besonders die Jungs.

Mein Bruder erfuhr auf dem Schulhof von meiner Freundin und war sehr stolz auf mich. „Wurde auch mal langsam Zeit“, sagte er zu mir und von da an nannte er mich „Player“. Diese Beziehung hielt aber nur ein paar Wochen. Irgendwann kam Esra zu mir und sagte mir, dass ihre Brüder was dagegen hatten, dass sie einen deutschen Freunde hatte und so machte sie Schluss. Ich tat so, als ob ich das verstand und dass wir Freunde bleiben wollten. Innerlich war ich aber froh.

Nun denkt wohl niemand mehr, dass ich schwul bin und auch heute noch sagen meine Freunde ständig, dass ich ja mal mit Esra zusammen war und so. Keiner fragt mehr, wann ich endlich mal eine Freundin habe. So war das eigentlich ganz gut für mich.

Klassenarbeiten vor Weihnachten

Heute muss ich eine Frage stellen, die mir ganz besonders auf dem Herzen liegt: Warum müssen alle Lehrer ihre Arbeiten vor den Weihnachtsferien schreiben?

Wochenlang passiert gar nichts. Kein Lehrer kommt auf die Idee, seine Klassenarbeit zu schreiben, da ja noch so viel Zeit ist. Irgendwann merken sie, dass das Ende des Halbjahres vor der Tür steht und nicht mehr viel Zeit vorhanden ist, sodass man schnell noch die Klassenarbeit schreiben muss.

Letzte Woche haben wir Bio, Geschichte und Mathe geschrieben. Heute haben wir Deutsch geschrieben. Diese Woche muss ich aber noch für Englisch und Französisch lernen. Also ich bin glücklicherweise jemand, der nicht sehr viel lernen muss, um eine 3 zu schreiben. Aber ehrlich gesagt würde ich schon gerne eine bessere Note schreiben. Aber diese Möglichkeit habe ich gar nicht, denn ich habe ja kaum Zeit zum Lernen.

Und dann ist doch jetzt noch Weihnachten und wer hat schon Lust, für einen Test zu lernen, wenn man seine Zeit mit schönen anderen Dingen verbringen kann. Ich will diese Woche noch mit Mia und Miriam auf den Weihnachtsmarkt gehen. Vielleicht kommt Nina auch mit, wenn sie sich mal von Till loseisen kann (oder er begleitet uns einfach). Richtig lernen tun nur die wenigsten. Und dann wird es schlechte Noten regnen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass wir nach den Ferien Mathe noch mal wiederholen müssen, weil es einige in meiner Klasse gibt, die echt große Probleme darin haben.

Solange ich keine Fünfen habe und gemahnt werde, kann mir das eigentlich alles egal sein. Das Zeugnis der 8. Klasse interessiert doch sowieso keinen. Erst das Abschlusszeugnis ist wichtig, wobei wir auf dem Gymnasium bis zum Abitur Zeit haben. Vorher habe ich sowieso nicht vor, von der Schule zu gehen. Also brauche ich kein Einserzeugnis, wenn so darüber nachdenkt.

Aber alle anderen in meiner Klasse, die in dem ein oder anderen Fach Schwierigkeiten haben, tun mir sehr leid. Mir tun alle Schüler leid, denen es ähnlich geht. Und wie ich schon gehört habe, ist das auf vielen Schulen so, dass kurz vor den Weihnachtsferien viele Arbeiten geschrieben werden.