Rosenmotag

Ich hasse es, mich zu verkleiden. Ich hasse Fastnachtsumzüge. Ich hasse Schlagermusik. Ich hasse Karneval.

Und nun war es soweit: Mein Vater zwang uns dazu, mitzumachen. Er wollte mal wieder was mit seinen Jungs unternehmen und meinte, dass wir auch das Alter hätten, mit ihm auf „Kneipentour“ zu gehen. Mein Bruder und ich waren überhaupt nicht begeistert. Er wäre lieber mit seinen Kumpels losgezogen und ich wäre lieber zuhause geblieben. Aber ihm zuliebe stimmten wir zu.

Wir mussten uns also Kostüme besorgen. Mein Vater ging als Cowboy. Mein Bruder hatte sich schon vorher etwas überlegt. Er wollte mit seinen Freunden als mehr oder minder gruselige Clowns durch die Gegend ziehen. Er zog sich eher seine normalen Straßenklamotten an und schminkte sich aber weiß mit rotem Mund und allem drum und dran. Zudem zog er eine rote, lockige Perrücke auf. Ich war ein Muffel, aber mein Vater besorgte mir rote Schminke und Teufelhörner. So ging ich quasi halbherzig als Teufel.

Zunächst schauten wir uns gestern dann den Umzug bei uns in der Stadt an. Mein Vater machte auf fröhlich und freute sich über jedes gefangene Bonbon, was er sich einstecken konnte. Mein Bruder und ich schämten uns ein bisschen, machten aber gute Miene zum bösen Spiel

Doch danach wollte er tatsächlich mit seinen minderjährigen Söhnen auf Kneipentour gehen. An Karneval scheint ja alles erlaubt. In jeder Kneipe holte uns unser Vater ein Bier nach dem anderen. Ihm zuliebe trank ich sogar ein bisschen mit, aber ich nippte eher, sodass mein Bruder – der immer fröhlicher wurde und sehr viel Spaß hatte – meine Gläser mit „entsorgte“.

Schließlich waren mein Vater und mein Bruder so besoffen und gröhlten lustig zu allen Schlagersongs von Helene Fischer bis DJ Ötzi mit. Schließlich landeten wir in einem Irish Pub, in dem gerade Karaoke stattfand. Mein Vater meldete uns sogar an. Das war megapeinlich. Zum Glück war da niemand, den ich kannte.

Und dann passierte ES: Ein Typ in einem orangenen Morphsuit ging auf die Bühne. Wer nicht weiß, was ein Morphsuit ist: Das sind so enganliegende Ganzkörperanzüge, die man sich sogar über den Kopf zieht. Man erkennt dann nur noch die Konturen der Person. Jedenfalls hatte dieser Typ so einen Ganzkörperkondom an und man sah ALLES. Er war ziemlich durchtrainiert, aber am besten sah man sein bestes Stück, welches sich perfekt abzeichnete. Und er schien sogar, ein wenig steif zu sein.

Dieser Anblick war natürlich für mich nicht schlecht anzusehen. Doch ich rechnete nicht damit, was dann geschah. Der Typ sang irgendeinen Song von Wolfgang Petry und mein Vater gröhlte mit. Plötzlich dreht er sich zu mir um und sprach in mein Ohr: „Der sieht doch geil aus, oder?“

Ich war geschockt. Paralysiert. WTF??? Mein Vater sagte dies nicht etwa ironisch oder scherzhaft, sondern völlig ernst. Ich wusste gar nicht, was ich erwidern sollte. Dann erinnerte ich mich daran, dass mein Vater doch auf meinem PC einen Schwulenporno entdeckt haben musste. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass er es vielleicht doch nicht gesehen hatte. Doch anscheinend hatte er es doch. Und in dieser Situation – er war ja total besoffen – wollte er mir wohl zeigen, dass er kein Problem damit hatte, dass ich schwul bin. Aber in diesem Moment war ich überfordert.

Mein Vater gröhlte auch sofort weiter und wartete gar nicht auf eine Reaktion von mir. Doch den restlichen Abend war mir das total unangenehm. Ich war froh, als ich irgendwann in meinem Bett war… Jetzt warte ich ab, ob er noch mal was dazu sagt.

Sportunterricht

Heute hatten wir wieder Sport in der Schule. Das ist ein Fach, dass ich gleichzeitig hasse, aber auch liebe. Ich habe vorher Angst, obwohl ich mich auch sehr freue – besonders jetzt an meiner neuen Schule.

Wir sind in Kurse aufgeteilt und ich bin im Badminton-Kurs in diesem Halbjahr. Außerdem haben wir Jungs getrennt Unterricht von den Mädels. Da ich auf einer Gesamtschule bin, heißt das, wir haben mit Haupt- und Realschülern gemeinsam Sportunterricht. Und das ist auch der Grund, warum ich Angst habe, mich aber auch gleichzeitig freue.

Im Hauptschulzweig sind einige richtige Assis auf meiner Schule – richtige Prolleten und Machos. Drei von ihnen sind in meinem Sportkurs – Ali, Ahmed und Mehmet. Die drei beleidigen nur und sind für ihre Agressivität bekannt. Wenn es eine Schlägerei bei uns auf der Schule gibt, ist mindestens einer von den dreien daran beteiligt. Deshalb habe ich total Angst vor ihnen. Wenn die herausfinden oder nur ahnen, dass ich schwul bin, kann ich mich auf etwas gefasst machen. Ich glaube, man könnte mich dann ins Krankenhaus einliefern lassen.

Auf der anderen Seite finde ich sie total heiß. Alle drei sehen gut aus und haben einen wirklich durchtrainierten Body. Davon abgsehen machen sie in der Jungenumkleide immer nur scheiße und schämen sich nicht, ihre Hosen runter zu lassen. Wenn sie sich umziehen, machen sie sich immer komplett nackt und machen Späße mit ihren Pimmeln. Sie nehmen sie beispielsweise in die Hand und lassen sie wie Propeller kreisen. Sie hauen sich auch gegenseitig damit oder fassen sich gegenseitig an – natürlich mit schlaffen Pimmel und nicht steif. Aber trotzdem macht das mich an und wenn ich zuhause bin, denke ich beim Wichsen immer daran. In der Schule muss ich immer aufpassen, sie nicht anzustarren, weil sie ja merken könnten, dass ich schwul bin.

Heute haben sie damit angefangen sich gegenseitig, aber auch uns anderen Jungs die Hose runterzuziehen – nicht nur in der Umkleide, sondern auch in der Sporthalle. Jetzt habe ich Angst, dass ich sie mir die Hose runter ziehen und ich dann einen Steifen bekomme oder so. Das Gute daran ist, dass ich jetzt auch den ein oder anderen Pimmel der anderen Jungs gesehen habe. So habe ich gesehen, dass mein Klassenkamerad Till einen richtig langen hat, auch wenn er schlaff war. Die drei Hauptschüler haben gejolt, als sie seinen gesehen haben. Sie haben auch keine kleinen Pimmel, aber ich glaube, Tills Penis wirkt wegen seiner Vorhaut noch mal größer. Ali, Ahmet und Mehmet sind ja beschnitten und Till nicht. Ich muss zugeben, dass ich unbeschnittene Pimmel lieber mag.

Nun bin ich total aufgeregt darüber, dass ich Tills Pimmel gesehen habe. Ich muss die ganze Zeit an ihn denken und würde ihn gerne auch steif sehen. Ich hoffe, ich kann nächsten Mittwoch wieder einen Blick auf ihn werfen. Aber die Jungs dürfen nicht merken, wie ich ticke. Hoffentlich schöpft keiner Verdacht.